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Lösung

Um Starre zu verhindern,
Will ich dem Salze gleichen,
Die Schwere, alles Dasein
In Löslichkeit aufweichen.

Die Bindung meiner Zellen,
Die klebrig enge Pose,
Entschwindet vieler Wellen
In räumlich lose Schwebe!

Und ohne Überlegung
Will ich ganz frei agieren,
In Regung und Bewegung
Die Weite infiltrieren.

 

© ich atme auch (27.03.10) 

22.2.15 16:19


Die Fastenzeit als Ausbruch aus Alltäglichem benötigt nicht den Verzicht auf das Gewöhnliche

Die Frage: "Und auf was fasten Sie dieses Jahr?", gehört zur Standardfloskel dieser Zeit, die wiederrum zumeist mit den alljährlichen Standards beantwortet werden darf. Spekulativ tippe ich mal auf die Klassiker: "Zigaretten, Alkohol, Schokolade, etc.", da es furchtbar praktisch ist, seine scheinbaren Laster für den guten Zweck, nämlich gesund zu bleiben, ganze 40 Tage auszusetzen.

Für die einen darf dies im Sinne einer religiösen Verpflichtung und für andere als gesellschaftlich anerkannter Trend geschehen, wobei die Anzahl derer, die ihre eigenen Vorsätze bis zum Ende auch einhalten, eher gering sein wird. Aber dabei sein ist alles. Zumindest sind die 6 1/2 Wochen der christlichen Fastenzeit ein Kompromiss zum wahrscheinlich eh schon verpatzten Neujahrsvorhaben. Wer sich hinzu rechnerisch auskennt, wird bemerkt haben, dass die Sonntage ja gar nicht gezählt werden. An denen wäre also ein Rückfall in bekannte Muster völlig legitim.

Nun ist es sehr schön, wenn die Menschen auf ihre Gesundheit achten. Mir macht es auch ab und zu Spaß, in diesen 40 Tagen auf klischeehafte Produkte zu verzichten, damit sich nie eine Abhängigkeit über die uns eigene Selbstbestimmtheit setzen kann. Dennoch möchte ich in aller Klarheit darstellen, dass wir in dieser Logik nicht ansatzweise dem verborgenem Geheimnis der Fastenzeit gerecht werden. Wir verzichten nicht, weil wir zu viel von etwas haben, sondern im Verzicht merken wir aus dem Wenigen heraus, was uns ausmacht und das Wichtigste sein müsste.

Während das klassische Fasten natürlich darauf ausgerichtet ist, in der Ausübung von Geduld und Disziplin auf das Nötigste beschränkt zu sein (vor allem auf Speisen bezogen), verweist dies in seinem theologischen Naturell jedoch auf die Zeit, auf die wir uns dabei zubewegen. Im christlichen Kontext bedeutet dies nicht, dass mit der ablaufenden Frist wieder vollends geschlemmt werden darf, als vielmehr dass uns das Leben (in Fülle) geschenkt worden ist. Doch über Ostern möchte ich an dieser Stelle gar nicht berichten, da dies ein eigenständiges Thema ist.

Vielleicht hilft uns jedoch der Gedanke, dass sich am Ziel dieser 40 Tage ankommend eine Qualität in uns verändert haben sollte. Nicht die Qualität ist gemeint, besser atmen zu können, da ich weniger geraucht habe, oder ein paar Pfunde weniger aufzuweisen als noch zuvor, da man einmal nicht regelmäßig gesoffen und genascht hat. Diese Qualitäten sind banal, da sie sich bis zum Ende des Jahres wieder umkehren und egalisieren. Das Fasten ist kein so tun als ob, sondern die Chance zur Veränderung.

Früher war die Fastenzeit immer auch eine besinnliche Zeit. In den kalten Wintertagen gab es viele Möglichkeiten in sich hinein zu hören, nachzudenken und auch einmal das Gewissen zu erforschen. Das wird uns in der Moderne so wohl kaum ergehen und passt sicherlich nur wenig in den stressigen Alltag. Doch aus diesem kann man sich immerhin kreativ herauslösen. Ich empfehle gern, nicht auf etwas geliebtes zu verzichten, sondern besonders die kleinen Dinge hoch zu halten und ihren Wert zu schätzen. Bemühen Sie sich untypisch liebenswert zu verhalten oder lesen Sie einmal ein Buch aus Ihnen fremden Grenres. Denken Sie politisch und loben Sie das Richtige ohne auf die Fehler zu verweisen. Ordnen Sie Ihr Menschsein neu, damit aus der Fastenzeit eine Erfahrung erwächst, die sich nicht auf Ihre Komfortzone beschränkt.

Viel Erfolg!

 

© ich atme auch 

22.2.15 00:16


Äpfel mit Birnen vergleichen ist ein deutsches Privileg.

Wenn ein Argument erst einmal stichhaltig klingt, dann sollte sich ein ehrlicher Deutscher nicht von etwas lästigem wie dem zugehörigen Kontext abhalten lassen, die potenzielle Aussagekraft zur gewünschten Meinungsbildung hin aufzubereiten. Generell sind Kontexte sachlich irreführend, insofern ihre Tendenz dem Tenor der Boulevardpresse widerspricht. (Vorsicht Ironie!)

Aber jetzt wissen wir doch alle, dass der Papst das Schlagen von Kindern legitimiert! Hm...? Jetzt versuchen wir doch alle einmal diesen reißerischen Satz zu verstehen und mit dem eigentlichen Kontext zu vergleichen. War da nicht eigentlich von "Würde" die Rede?! Während wohl gefühlt die Hälfte aller Deutschen (Hyperbel) nach den jeweiligen Überschriften den nachfolgenden Text nur noch in Gedanken konstruieren, anstatt weiter zu lesen, und sich freuen, dass die Moralapostel wieder ihr Fett wegbekommen, stehe ich eher staunend der willkürlichen Definition von Pressefreiheit kognitiv gegenüber.

Gerne dürfen wir dieses Thema auch persönlich erörtern und uns folgende Frage stellen: Erkennen Sie noch einen semantischen Unterschied zwischen "einen Klapps auf die Finger geben" und "sein Kind verprügeln und körperlich misshandeln"? Aus pädagogischer Sicht erschwert sich eine Logik einfacher Konditionierung ohne grundlegende Mechanismen der "negativen Verstärkung". Es ist absolut im Sinne des Menschen, Schmerz zu empfinden, damit Grenzen ersichtlich werden und Bedrohungen richtig eingeschätzt werden können. Haben Sie jemals versucht mit einem 2 Jahre alten Kind über das Gefahrenpotenzial scharfer Gegenstände zu debattieren? Die Argumentation des Kindes auf das eigene Recht der Selbstbestimmung würde mich natürlich interessieren, doch lieber verhinderte ich Schlimmeres sofort. Hinterher kann ich immernoch Pusten und Trösten, wobei der Schmerz nicht größer sein wird als ein völlig natürlich aufgeschürftes Knie.

Das Albtraumszenario der leidenden Kinder unter dem klassischen Erziehungsstil der Autoritären Eltern gleicht in dessen Belastung dem genauso verhassten Frontalunterricht bei Lehrern. Aber ich darf doch um ein gewisses Verständnis bitten, dass dies nicht in der Dogmatik historischer Disziplin stehen muss, sondern genauso modern weitergedacht werden darf, wie es der Versuch des anti-autoritären Erziehungsstils, was auch immer das genau bedeutet, verspricht. Hierzu ist schließlich die Würde des Kindes in den Fokus gerückt, von der bislang auch beim Papst die Rede war. Aber vorsicht; nicht dass jemand im Nachhinein die Meinung des Oberhaupts der Katholischen Kirche teilt. Prinzipien bleiben immer Gemeinschaftsprivilegien.

 

© ich atme auch 

13.2.15 19:05


Ich übernehme nicht gänzlich die Attitüde, doch den Habitus mag ich.

Es herrscht wieder Krieg an allen Ecken und Enden der Erde! Deshalb muss ich immer öfter an Konstantin Wecker denken, der mit seiner Musik unglaublich präzise an unsere Verantwortung für den Frieden appelliert. Generell kann ich nur wenig über sein komplexes Leitbild für diese Welt sagen und der Hauch Kommunismus ist nicht wirklich meine politische Welle. Aber ich mag diesen Menschen und wofür er steht. An dieser Stelle empfehle ich dringend, wer den Herrn Wecker nicht kennt, sich diesen einmal zu Gemüte zu führen. Nicht um dessen Meinung gänzlich zu übernehmen, aber doch um der eigenen Meinung die Chance zu geben, sich daraufhin erschüttern zu lassen.

Wer es mit der Musik nicht so gern hat, abseits der Pop-Moderne berauscht zu werden, der möge sich gern auch der Literatur hingeben. Mein Lieblingsautor, an dieser Stelle passt er in seiner Kunstsparte des Grotesken inhaltlich genauso hinein, Friedrich Dürrenmatt überzeugte mich vor allem mit seiner Tragödie "Romulus der Große". Die Absurdität seiner Parallelen zweier ideologischen Großmächte in ihrem Untergang bei moralischer Divergenz aller Protagonisten und die Unterwanderung des Tragischen durch die Komik einer abgelösten Fallhöhe des eigentlichen Kaisers bringen nicht nur ein dauerhaftes Schmunzeln im Akt des Lesens hervor, sondern plädieren für eine tiefere Wahrheit hinter den Kulissen.

 

© ich atme auch 

11.2.15 11:15


Dreivierteltakt

Durch Hand in Hand gebunden
Der Hüften im Kontakt
Umkreisen wir in Runden
Gleich im Dreivierteltakt

Was Leidenschaft uns träumte
Umspielt Musik im Raum
Was Wirklichkeit versäumte
Ist beider Füße Traum

Ein Lächeln auf den Lippen
Umfängt ganz leis’ das Herz
Und Füße, die sich tippen,
Vergessen ihren Schmerz

Der Raum ist voll des Gleichen
Und Träume werden Glanz
Die Zeit, das Lied verstreichen
Der Liebe gleich im Tanz

 

© ich atme auch (29.02.12) 

10.2.15 20:02


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