ich atme auch

  Startseite
    Selbstoffenbarung
    eigene Lyrik
    Allgegenwärtiges
    Kirche & Welt
  Über...
  Archiv
  Kontakt
 

  Abonnieren
 




http://myblog.de/ich-atme-auch

Gratis bloggen bei
myblog.de





Ein logisches kreuz & quer Argumentieren.

Der Begriff Welt ist wohlmöglich genauso komplex wie der Begriff Kirche, wobei er dennoch nicht ansatzweise soviele Irritationen und Emotionen konnotiert. Die konzeptuelle Grundlage im Gespräch über diese beiden Lebenswelten hat sich sogar dahingehend verändert, dass sie einander abgrenzen, wodurch die argumentative Struktur jeglicher Diskurse in Schieflage gerät.

Wie kann dies gemeint sein? An und für sich müsste die Kirche ein Teil der Welt sein, da sie aus Menschen entsteht. Vom Gebäude "Kirche" als sakraler Raum brauche ich garnicht erst reden, da wir bspw. nur nach Frankreich schauen müssen, um zu sehen, wie einfach man dessen Mauern abreißen kann. Aber kommen wir zurück zu den Menschen, die in ihrer Gesamtheit als je Gläubige erst Kirche bilden und ausmachen. Ein Christ hört doch nicht auf, Teil der Welt und der Kultur zu sein, nur weil er getauft ist und eine andere "Sinn-Suche" betreibt als bspw. sein areligiöser Mitmensch. Und doch! Es scheint mir fast so, als wollte die Gesellschaft immer stärker ausweisen, dass man ohne einen Glauben der Welt näher stünde als mit ihm.

Allgemein gefasste Probleme kann man am deutlichsten in politischen Gefilden veranschaulichen. Im Mittelalter gab es die begriffliche Trennung zwischen kirchlicher und weltlicher Macht, die sich jedoch eindeutig auf je beiderseitig christliche Menschen bezog. Die Unterscheidung lag darin, dass es sich einerseits um den Klerus, also auf Gott geweihte Personen (Priester und Bischöfe), und andererseits um Adelige, also Personen mit familiär gebundenen Titeln und Besitztümern, handelte. Im modernen Kontext wird diese Facette jedoch umgemodelt und "weltlich" bedeutet in der Politik nun, dass eine politisch aktive Person möglichst keinerlei religiöse "Gefühle" in seinen Staatsauftrag hinein fließen lassen soll.

Zunächst nannte man diese Umdeutung Säkularisierung, wobei es sich hierbei eigentlich um die Ausklammerung des klerikalen Einflusses, bzw. einer spezifische Interessensvertretung kirchlicher Anliegen handelte. Doch die Stimmen werden immer lauter und unverschämter, wenn es nur den Anschein religiöser Tendenzen hat, sodass nach einer Form des Laizismus gelechzt wird und noch mehr. Man könnte das Gefühl verspüren, dass allein die Tatsache, sollte ein Politiker selbst Christ sein, zu heftigem Aufstoßen führe. Exemplarisch erfolgt eine solch radikale Haltung mir gegenüber vor allem durch politische Anhänger und Parteimitglieder der Linken.

Um den Bogen zurück zu spannen, resümiere ich die Beobachtung: "es gibt Menschen, die sind weltlicher als andere". Aber vielleicht ist das ja logisch, da wir alle gleich sind und nur manche eben etwas gleicher als der Rest (Vorsicht Polemik!). Zumindest argumentativ kommen wir dahingehend in Schieflage, wenn wir den Begriff "Kirche" entweltlichen und vergessen, dass es sich um Facetten menschlicher Selbstbestimmung handelt. Das Verständnis muss wieder gerade gerückt werden. Denn ein Christ ist zunächst ein Mensch mit spezifischen Werten (wie auch jede andere Person Mensch mit spezifischen Werten ist), der in einen kulturellen Kontext eingebunden ist, den er als Mitglied dieses Kulturkreises wiederum punktuell beeinflusst und formt. Daher ist die Religion keine ausübende Macht, sondern lediglich ein statistisches Unterscheidungsmerkmal in kulturellen und individuellen Kontexten von Meinungen.

 

© ich atme auch 

10.2.15 18:26
 


bisher 0 Kommentar(e)     TrackBack-URL

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)



 Smileys einfügen



Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung